Gute Aussichten für Winterkinder


Eine Geburtagsliste des Bundespräsidenten bestätigte Max-Planck-Forschern, was sie schon aus anderen Ländern wussten: Im Winter geborene Kinder werden älter als andere.

National Geographic Geographica, S. 12, Januar 2006


NG0106 - Unser Geburtsmonat bestimmt mit, wie alt wir werden. Das ergab eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock. Die Forscher nutzten einen besonderen Datenschatz: die Adressliste des Bundespräsidenten. Der sendet Personen vom 105. Geburtstag an einen Gratulationsbrief.

Anhand der Jubilare, die von 1989 bis 2002 diesen Brief erhalten hatten, fanden die Forscher heraus: Im Dezember Geborene hatten eine um 16 Prozent höhere, Junigeborene eine um 23 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit als der Durchschnitt ihres Jahrgangs, so alt zu werden.

Ein mutmaßlicher Grund war das Stillverhalten der Mütter: Weil in der heißen Jahreszeit weniger gestillt wurde, führte das Anfang des 20. Jahrhunderts zu mehr Infektionen, was viele Kinder nicht überlebten; und wenn, dann trugen sie ein höheres Risiko für chronische Erkrankungen, die ihre Lebenserwartung verringerten. Wintergeborene dagegen wurden länger gestillt und hatten ein robusteres Immunsystem

National Geographic Geographica, S. 12, Januar 2006

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