Tiefgekühlt Strom sparen
Strom ohne Widerstand leiten, das kann die Supraleitung. Ingenieure entwickelten einen Motor, der so groß ist, dass man eine Yacht damit Strom sparend betreiben kann.
National Geographic Geographica, S. 16,
Dezember 2005
NG1205 - Seit wenigen Tagen ist die Queen Mary 2
wieder auf See, doch obwohl in der Reparaturwerft des
Hamburger Hafens auch am Antrieb gearbeitet wurde, fährt
das größte Kreuzfahrtschiff der Welt nach wie vor mit
gewöhnlichem Diesel. Sein Verbrauch würde reichen, um eine
Kleinstadt mit Energie zu versorgen. Noch. Denn künftig
sollen Schiffe mit stromsparender Supraleitertechnik die
Meere befahren.
Supraleitung bedeutet, elektrischen Strom nahezu
verlustfrei zu transportieren. Das geht, weil ab einer
bestimmten, sehr tiefen Temperatur jedes stromleitende
Material seinen Widerstand verliert. Nun haben
Siemens-Forscher den ersten supraleitenden Generator in
Betrieb genommen, dessen Leistung reicht, immerhin schon
eine 50-Meter-Yacht mit Strom zu versorgen. Der Generator
wird mit dem Edelgas Neon auf minus 160 Grad gekühlt.
"Seine Spulen nehmen zehnmal so viel Strom auf wie
gewöhnliche Kupferspulen", teilen die Siemens-Ingenieure
mit. Supraleitergeneratoren können die Schiffsschrauben
direkt antreiben, die langen Motorwellen entfallen. Ein
weiterer Vorteil: Die Schiffe können schlanker gebaut
werden und durchpflügen die Ozeane mit noch weniger
Widerstand.
National Geographic Geographica, S. 16,
Dezember 2005
zurück zu: Die Texte
2005