Süßwasser: Mangel im Überfluss
Weil Menschen Flusswasser an einem Ort sammeln, fehlt es an anderer Stelle. Der Welt wird es nicht besser gehen, wenn Menschen weiterhin so mit ihr umgehen.
National Geographic, Geographica, S. 17,
August 2005
NG0805 - Hunger und Armut dieser Welt wird der
Mensch nicht lindern, wenn er die Ökosysteme weiter so
ausbeutet wie bisher. So lautet das Fazit der
Millennium-Ökosystemstudie, erstellt von 1300
Wissenschaftlern aus 95 Ländern, darunter 26 deutschen
Forschern.
Es ging unter anderem um die Überfischung der Meere und um
den drohenden Mangel an Süßwasser - und darum, wie beides
zusammenhängt: Während in Teilen der Welt Trinkwasser
verschwendet wird, hat der Wasserverbrauch einige der
größten Flüsse der Welt - darunter den Nil in Ägypten, den
Gelben Fluss in China und den Colorado River in den USA -
durch Dämme und ähnliche bauliche Maßnahmen so stark
beeinträchtigt, dass zeitweise nur noch Bruchteile ihres
Wassers das Meer erreichen.
Eine Folge davon ist, dass die Sedimentzufuhr der
Mündungsbereiche um bis zu 30 Prozent gesunken ist. Damit
verringern sich dort die Nährstoffversorgung und die Zahl
der Fische. Weniger Fische bedeuten geringere Erträge für
die Fischerei und Kampf gegen die wachsende Armut.
National Geographic, Geographica, S. 17,
August 2005
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2005