"Ich fühle mich so leicht …"
Münchner Forscher stellten sich auf die Zugspitze, um die Schwerkraft auf Deutschlands höchstem Berg zu ermitteln. Mit dieser Technik bestimmen sie die Zusammensetzung von Gebirgen.
National Geographic,
Geographica, S. 20, März 2005
NG0305 - Preisfrage: Wiegt man auf dem Gipfel
eines Berges so viel wie im Tal? Ja? Falsch. Ein 80
Kilogramm schwerer Bergsteiger ist auf der knapp 3000 Meter
hohen Zugspitze etwa 40 Gramm leichter als am Fuße des
Berges in Garmisch-Partenkirchen. Der Grund ist die
Schwerkraft, die am Gipfel etwa eine Promille schwächer
ausfällt als in Garmisch. Man wird sozusagen mit etwas
weniger Kraft auf die Waage gezogen. Je weiter weg zwei
Körper von einander entfernt sind, und je geringer ihre
Massen sind, desto weniger ziehen sie sich an.
Diesen Effekt nutzen Geodäten wie Jakob Flury und Reiner
Rummel von der TU München. Nicht um ihr Gewicht zu messen.
Sie versuchen dank eines extrem empfindlichen
Schwerkraftmessgerätes (eines Gravimeters) die
Zusammensetzung von Gebirgen zu ermitteln und gleichzeitig
die exakte Höhe zu bestimmen. „Weil Gesteinsarten
unterschiedlich schwer sind, ist auch ihre Anziehungskraft
unterschiedlich stark.“ Befindet sich etwa Granit im Boden,
schlägt das Gravimeter stärker aus als bei locker gepacktem
Kieselstein.
National Geographic,
Geographica, S. 20, März 2005
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2005