Kung Fu in Peru
Auch in einer alten südamerikanischen Kultur kannte man offenbar schon die Verteidungung durch ausgeklügelte Hand- und Fußtechniken.
National Geographic,
Geographica, S. 14, Januar 2005
NG0105 - Wer Karate und Kung Fu hört, denkt
unweigerlich an Ostasien, der Heimat dieser Kampftechniken.
Doch auch die Menschen einer über 1500 Jahre alten
südamerikanischen Kultur bekämpften ihre Gegner offenbar
mit Händen und Füßen. Augustín Seguí von der Universität
des Saarlandes in Saarbrücken fand erstmals Hinweise auf
einem alten Tonkelch im Bestand des Ethnologischen Museums,
Berlin. Er belegt, dass die Mochica-Kultur in Alt-Peru die
vielseitige Kampftechnik anwendete.
Der Kelch, der bei Menschenopfern genutzt wurde und noch
Spuren menschlichen Blutes aufweist, stellt einen kleinen
Katalog von Kampftechniken dar. So zeigt eine auf dem Kelch
dargestellte Szene zweier kämpfender Krieger eindrucksvoll
den Fußtritt zum Kinn des Gegners. „Die Ähnlichkeit mit
ostasiatischen Kampftechniken ist offensichtlich“, sagt
Seguí.
Angeregt durch den Tonkelch suchte der Experte für
Südamerikas vorkolumbianische Kulturen nach weiteren
Belegen. Er fand nicht nur weitere bereits bekannte
Abbildungen solcher Fußtechniken, sondern auch andere von
Fäusten, die sonst nur aus ostasiatischen Kampfsportarten
wie Kung Fu oder Taekwando bekannt sind. Bisher hatte sie
niemand unter dem Blickwinkel einer Kampfsportart
betrachtet.
National Geographic,
Geographica, S. 14, Januar 2005
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2005