Reparaturprogramm gegen Strahlenschäden
Unsere DNS ist der Strahlung der Sonne nicht völlig schutzlos ausgeliefert. Das Geheimnis liegt in der Strickleiterform und ausgeklügelten Reparaturmechanismen.
National Geographic
Geographica, S. 20, April 2005
NG0405 - Auch wenn wir jeden Sommer ausgiebig
davor gewarnt werden, unsere Haut nicht ungeschützt der
prallen Sonne auszusetzen, weil sonst Sonnenbrand und
Hautkrebs drohen: Unsere DNS kann sich auch ganz gut selber
schützen, sonst wäre sie wohl die letzten 3,8 Milliarden
Jahre nicht so weit gekommen.
Das Erfolgsrezept: Schon die Sprossenstruktur der
DNS-Strickleiter verhindert Schäden durch die energiereiche
UV-Strahlung. Sie gibt die Strahlungsenergie besser ab als
andere Molekülstrukturen, wie ein Forscherteam um Thomas
Schultz vom Max-Born-Institut, Berlin nachwies. Unterstütz
wird die Struktur durch umgebende Wassermoleküle, die die
Energie aufnehmen und in Bewegung umsetzen.
Trotzdem kommt es pro Tag zu etwa 50.000 Schäden pro Tag
und Zelle. Werden die nicht repariert, drohen Mutationen,
durch die schließlich der Krebs entstehen kann. Münchner
Forscher um Thomas Carell beobachteten erstmals wie das
Reparaturenzym DNS-Photolyase bei einem Strahlenschaden
vorgeht. Das Reparaturenzym knickt die DNS an der
Schadenstelle um etwa 50 Grad und stülpt den gesamten
Schaden aus der Doppelhelix heraus. So kann das Enzym den
Schaden isolieren. Anschließend findet in einer komplexen
biochemischen Reaktion die Reparatur statt.
National Geographic
Geographica, S. 20, April 2005
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2005