Das ist der Gipfel
Der höchste Berg Amerikas ist endlich exakt vermessen worden. Wiener Studenten bestimmten die Höhe des Aconcaguas.
National Geographic, Geographica, S. 18,
August 2005
NG0805 - Wie hoch ist der höchste Berg Amerikas?
Wer ahnt, dass es der Aconcagua in Argentinien ist, und in
Lexika oder Atlanten nachschaut, stellt fest: Die Angaben
schwanken zwischen 6959 und 7010 Metern. Die meisten
Quellen geben eine Höhe um die 6960 Meter an, einige machen
aus dem Stolz der Argentinier einen Siebentausender.
Studenten der Technischen Universität Wien beendeten diese
Ungewissheit jetzt: Der Aconcagua ragt exakt 6962,97 Meter
über Meereshöhe auf. "Die unterschiedlichen Angaben sind
auf die veraltete Technik der Winkelvermessung
zurückzuführen", sagt Projektleiter Harald Schuh. Die
Wiener Studenten nutzten die GPS-Satellitentechnologie und
vermaßen den Gipfel in Bezug zu einer bekannten
Referenzstelle: ihrem Basislager. Von dort aus kletterten
sie in drei Tagen nach oben.
"Rund 60 Prozent der Besteigungen scheitern am Wetter und
an Windböen, die Orkanstärke bis 240 Kilometer pro Stunde
erreichen", sagt Schuh. Die Studenten brauchten zwei
Stunden für die GPS-Messung - bei ausnahmsweise strahlendem
Sonnenschein.
Anlass für die Aktion war nicht nur der Ehrgeiz, als Erste
eine offene Frage zu klären. Es gibt auch einen
wissenschaftlichen Hintergrund: "Starke tektonische
Bewegungen pressen den Aconcagua aus der Erdkruste empor
und lassen ihn wachsen", sagt Schuh. "Durch die Erosion
schrumpft der Berg allerdings auch wieder." Erst jetzt
können Geodäten das Auf und Ab des Gipfels über die Jahre
genau verfolgen. Und in Atlanten wird der Aconcagua künftig
nur noch mit einer Höhenangabe stehen: 6963 Meter.
National Geographic, Geographica, S. 18,
August 2005
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