Süßkirschen sind bald regenfest
Welche Eigenschaften Züchter verändern müssen, damit Süßkirschen bei Regen nicht mehr so schnell platzen, das verrät ein neue Methode, die misst, wieviel Wasser durch die Haut der süßen Früchte strömt.
National Geographic,
Geographica, S. 16, März 2004
NG0304 - Freunde von Süßkirschen und Hersteller
von Marmeladen kennen das Problem. Die roten Früchte sind
gerade prall und saftig, da bringt ein Regenschauer den
süßen Traum zum Platzen. Die Frucht reißt wie mit der Nadel
gestochen der Länge nach auf, die Kirsche wird unansehnlich
und verdirbt schnell.
Der Grund ist der zu starke Innendruck (Turgor) der
Kirsche. Die schon zum Bersten gedehnte Haut der Frucht
lässt zu viel Wasser ins Innere, die Kirsche zerreist.
Züchtern ist es zwar durch Kreuzungen bereits gelungen,
weniger anfällige Sorten zu kreieren. Doch so ganz genau
weiß niemand, was an der Kirsche verändert werden muss, um
sie wasserfester zu machen.
Forscher der Martin-Luther-Universität-Halle-Wittenberg
kommen den Züchtern zu Hilfe. Sie entwickelten eine
Methode, mit der sie die Barrierekraft einer Maßnahme genau
bestimmen können. Marco Beyer und Moritz Knoche ermitteln
dazu den Wasserdurchfluss durch die Haut wie Physiker die
Leitfähigkeit eines elektrischen Leiters.
"Erst jetzt können wir gezielt bestimmen, welche Maßnahmen
ergriffen werden müssen, um etwa die Wasserleitfähigkeit
der Fruchthaut zu modifizieren, ohne die Qualität der
Kirsche zu verschlechtern", sagt Beyer. Schon bald, so
hoffen die Wissenschaftler, werden die süßen Träume nicht
mehr so schnell zerplatzen wie bisher.
National Geographic,
Geographica, S. 16, März 2004
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