Augen im Untergrund


Mulle können vielleicht doch sehen. Deutsche Forscher entdeckten, dass die Netzhaut der vermeintlich blinden Nager erstaunlich normal entwickelt ist.

Süddeutsche Zeitung Wissen, S. 11, 6. April 2004


SZ060404 - Die Augen von unter der Erde lebenden, afrikanischen Mullen (Sandgräber) besitzen - entgegen bisheriger Annahmen - eine normal entwickelte Netzhaut mit einem hohen Anteil bestimmter Lichtsinneszellen, den so genannten Zapfen (European Journal of Neuroscience, März 2004).Der Nutzen der Zapfen in der lichtlosen Welt der Mulle ist für die Forscher noch unklar.

Während bei anderen Säugetieren, wie auch den Menschen, ein grün-empfindliches Zapfenpigment dominiert, enthalten die meisten Zapfen in den Lichtsinneszellen der Mulle ein blau-empfindliches Sehpigment. Die Dichte der für das Dämmerungs- und Nachtsehen zuständigen Lichtsinneszellen, der Stäbchen, ist bei den Mullen viel geringer als bei oberirdisch lebenden Nagern. Die Befunde stellen die gängigen Vorstellungen vom Sehorgan unterirdisch lebender Säuger in Frage.

Süddeutsche Zeitung Wissen, S. 11, 6. April 2004

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