Möglichst jung ins Kloster


Das Leben in einem Kloster war für Frauen des Mittelalters eine erstrebenswerte Alternative zum weltlichen Dasein. Manche wurden bereits als Kinder von ihren Eltern hinter die Kirchenmauern entlassen.

National Geographic, Geographica, S. 18, April 2004


NG0404 - "Wir, die wir von Kindheit an, wie in einem Rosengarten, erzogen worden sind...". Zeilen wie diese aus den Aufzeichnungen der Ebstorfer Klosterschülerinnen oder das Tagebuch einer Zisterziensernonne aus einem Kloster vor den Toren Braunschweigs offenbarten Eva Schlotheuber von der Uni München, was Historiker so bisher nicht wussten: Mädchen wurden im Mittelalter schon deutlich früher in die Konvente aufgenommen als bisher angenommen.

Zur literaten Erziehung hinter den Klostermauern gab es für Mädchen und Frauen im Spätmittelalter kaum Alternativen. Für die Eltern war es deshalb von Vorteil, wenn zumindest eine Tochter Aufnahme fand und damit die Zukunft gesichert war. Eine weltliche Hochzeit war wesentlich kostspieliger als die Mitgift für das Kloster. Die Erziehung zum rein geistigen Leben war aber aufwändig, und so versuchten die Frauenkonvente, die zukünftigen Konventsmitglieder möglichst zeitig verbindlich aufzunehmen.

"Selbst bei unmündigen Kindern unter dreizehn Jahren, die selbst kein gültiges Gelübde ablegen konnten, war dies möglich", sagt Schlotheuber, die ihre Ergebnisse durch weitere Quellen belegen konnte. Für die Mädchen markierte der Einritt ins Kloster ihren endgültigen Abschied aus der Welt.

National Geographic, Geographica, S. 18, April 2004

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