Deutsch bleiben – dann klappt´s auch mit China
Die Gepflogenheiten anderer Kulturen zu kennen, ist gut, doch man sollte sich nicht selbst verleugnen, sonst kann es teuer werden.
National Geographic,
Geographica, S. 20, Dezember 2004
NG1204 - Wer häufig mit Menschen anderer Kulturen
zu tun hat, weiß, zu welchen Missverständnissen es kommen
kann. Ob bei der Begrüßung, einer Verhandlung, den
Gepflogenheiten beim Essen, überall lauern die
Fettnäpfchen. Was in der einen Kultur als Witz verstanden
wird, betrachtet die andere als Unhöflichkeit.
Teuer kann das werden, wennum Geschäfte geht. Ein
Mindestmaß an Vorkenntnissen sollte es wohl geben.
„Allerdings sollte man es auch nicht übertreiben", so der
Wirtschaftswissenschaftler Christoph Daniel Jungermann.
„Chinesischer zu sein als die Chinesen" sei eher
kontraproduktiv, fand er in einer Untersuchung an der
Universität Witten/Herdecke heraus.
Er interviewte Paare eines deutsch-chinesischen Joint
Ventures in Shanghai. Überraschendes Ergebnis: Am
ineffektivsten und kostspieligsten für das Unternehmen
agierte eine Zweiergruppe, in der der Chinese möglichst
„westlich" handeln wollte und der Europäer sehr bemüht war,
einen „östlichen" Kommunikationsstil zu praktizieren.
Missverständnisse waren vorprogrammiert.
Jungermann empfiehlt Firmenchefs: Beide Seiten sollten sich
einander anpassen, ohne aber den eigenen kulturellen
Hintergrund zu verleugnen. Nur wo sich die Partner
authentisch geben, respektvoll miteinander umgehen und die
kulturellen Unterschiede benennen, wird eine nachhaltige
Zusammenarbeit entstehen.
National Geographic,
Geographica, S. 20, Dezember 2004
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