*flüsterhonigsüß* um die Handynummer werben
Über was unterhalten sich Teenager eigentlich in Chaträumen im Internet: Über dasselbe wie in der Discothek.
National Geographic,
Geographica, S. 24, November 2004
NG1104 - Chatrooms im Internet erfüllen für
Teenager den gleichen Zweck wie ein Discobesuch: Sie suchen
Flirtpartner. Manchmal testen sie auch, wie weit sie die
Toleranz der übrigen Teilnehmer durch kreatives Beschimpfen
ausreizen können, fand Claudia Orthmann an der Freien
Universität Berlin heraus.
Sie wertete die Protokolle von 363 Chattern aus.
Interessant ist für die anfangs anonymen Flirter laut
Orthmann vor allem die soziale Bestätigung: "Bin ich im
Gespräch attraktiv und interessant genug, damit mir die
E-Mail-Adresse oder Handynummer gegeben wird?"
Nach der Begrüßung folgt meist der "ASL-Check" (Age, Sex,
Location): "Wie alt bist du? Bist du J oder M? Wo wohnst
du?" Bekommt der Chatter eine Telefonnummer, ist der Flirt
gut gelaufen. "Reale Treffen werden hier aber so gut wie
nie vereinbart", sagt die Psychologin.
Die Chatter nutzen viele Ausdrucksformen, die das Spektrum
des Schriftlichen erweitern: Bekannteste Hilfsmittel sind
Emoticons wie :-) oder ;-). Schreien wird mit Majuskeln (DU
STINKER) angedeutet und gilt als sehr unhöflich. Um dem
Partner die Stimmlage via Computertastatur zu übermitteln,
hat sich die Verwendung von Asterisken durchgesetzt, etwa:
*flüsterhonigsüß*.
National Geographic,
Geographica, S. 24, November 2004
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