"Echt, du, soo ein Brocken!"
Es gibt weit mehr Angler in Deutschland als bisher angenommen. Und sie holen auch weit mehr aus Deutschlands Flüssen und Seen als die Profesionellen.
National Geographic,
Geographica, S.14, Juli 2004
NG0704 - Angler haben den Ruf, zu übertreiben,
wenn es um die Größe ihres Fangs geht. Nach einer Studie
von Robert Arlinghaus vom Institut für Gewässerökologie und
Binnenfischerei in Berlin wurden die Folgen der
Hobbyfischerei bisher aber unterschätzt. Seinen Umfragen
zufolge gibt es in Deutschland mehr als drei Millionen
Angler, fast doppelt so viele wie bisher angenommen.
"Die holen mit 45 000 Tonnen Süß- und Salzwasserfisch
sieben- bis zehnmal mehr aus den Gewässern als die
kommerziellen Fischer", sagt Arlinghaus. Mit ihrem Hobby
bringen die Freizeitangler järlich 6,4 Milliarden Euro
unters Volk, rund 52 000 Arbeitsplätze hängen daran.
Positiv sei ausserdem, dass sich viele Hobbyangler
ehrenamtlich für den Schutz der Flüsse und Seen einsetzten.
Allerdings könnten Angler auch Schaden anrichten. So würden
zum Beispiel gebietsfremde Fische freigesetzt, um den Spass
am Angeln zu steigern. Das könne zur Verfälschung eines
natürlichen Ökosystems führen, wie auch das Besetzen mit
Zuchtfischen - für den Angler praktisch eine Fanggarantie -
oder, im Gegenteil, das bevorzugte Abangeln nur besonders
begehrter Arten.
National Geographic,
Geographica, S.14, Juli 2004
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