Wahre Stärke kommt von innen


Zähne oder Perlmutt sind so hart wegen ihrer besonderen Materialzusammensetzung und der geringen Größe der mineralischen Bausteine.

National Geographic, Geographica, S. 14, August 2003


NG0803 - Neidisch schauen Ingenieure auf Mutter Natur und fragen sich wie sie es schafft, so harte und doch bruchsichere Materialien wie Knochen, Zähne oder Perlmutt herzustellen. Diese Stoffe sind hart wie Glas, ohne so leicht zu splittern, und zäh wie Gummi, aber widerstandsfähiger. Gleichzeitig sind sie besonders unempfindlich gegen Materialfehler, wie winzige Risse, die oft der Ausgangspunkt für größere Schäden sind. Bekannt war, dass dies am Kompositcharakter der Biomaterialien liegt: In eine weiche und zähe Grundsubstanz aus Eiweiß sind härtende Mineralpartikel eingelagert. Doch das ist nicht das ganze Geheimnis.

Materialforscher aus Deutschland und Österreich errechneten, dass die Größe der Mineralpartikel entscheidend ist. Je kleiner die härtenden Teilchen sind, desto besser. Unterhalb von 30 Nanometer sind sie völlig unempfindlich gegen Materialfehler, so die Forscher. Das ist so kurz, dass Spannungen, die im Material auftreten, einfach keinen Halt finden, um sich aufzubauen. Zähne sind besonders hart weil ihre mineralischen Partikel nur einige Nanometer groß sind. Nicht ganz so stabil sind Muschelschalen, weil ihre Mikropartikel einige hundert Nanometer erreichen. Aber auch das ist immer noch fester als bei vielen vom Menschen hergestellten Materialien.

National Geographic, Geographica, S. 14, August 2003


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Die Texte 2003