Die große Drift nach Eurasien
Der deutsche Geophysiker Christian Heine weiß, wo Argo-Land abgeblieben ist. Es schiebt gemeinsam mit indien den Himalaja auf.
National Geographic,
Geographica, S. 14, August 2003
NG0803 - Vor 156 Millionen Jahren brach ein
kleines Stück kontinentaler Kruste von dem Riesenkontinent
Gondwana ab, das in etwa dem heutigen Nordwestaustralien
entspricht. Als Folge einer Meeresbodenspreizung trieb der
neue Mikrokontinent Argo-Land in Richtung Südostasien -
wohin genau, das war bis vor kurzem unbekannt. Denn Teile
der ozeanischen Kruste, die als Folge der Drift entstand,
sanken wieder in den Erdmantel ab, nur die Spur aus dem
Zeitraum vor 130 bis 160 Millionen Jahren blieb erhalten.
Nun aber hat Christian Heine von der Ruhr-Universität
Bochum zusammen mit Geophysikern der Universität Sydney den
Weg von Argo-Land rekonstruiert. Die Forscher kombinierten
Daten aus magnetischen Anomalien und Schweremessungen im
Indischen Ozean mit geologischen Funden und seismischen
Untersuchungen aus Myanmar (Burma), Timor und dem
australischen Nordwestschelf.
Nach Heines Modell lagerte sich der Mikrokontinent vor etwa
80 Millionen Jahren an der Eurasischen Platte an. Und
getrieben vom indischen Subkontinent, faltet Argo-Land als
"West-Burma-Block" seit einigen Millionen Jahren den
östlichen Himalaja auf.
National Geographic,
Geographica, S. 14, August 2003
zurück
zu: Die Texte 2003