Sichtbare Fälschung


Anhand von Eiweiß-Bruchstücken erkennen saarländische Biochemiker, ob ein Alpaka-Pullover auch tatsächlich aus reine Alpaka-Wolle besteht.

National Geographic, Geographica, S. 18. Mai 2003


NG0503 - Ein Pullover aus der Wolle des Alpakas ist eine feine Sache. Doch wer garantiert, dass im Produkt nicht auch billigere Schafwolle verarbeitet wurde? Klaus Hollemeyer und seine Kollegen von der Universität des Saarlandes entwickelten dafür eine neuartige Qualitätskontrolle.

Bisher prüfen Fachkundige die Produkte mit dem bloßen Auge oder unter dem Mikroskop, aber selbst erfahrenen Spezialisten unterlaufen dabei Fehler. Die saarländischen Biochemiker setzen stattdessen auf so genannte Spaltpeptide. Diese unterschiedlich schweren Bruchstücke von Eiweißmolekülen entstehen, wenn Proteine von Wolle, Federn oder Tierhaaren biochemisch zerlegt werden.

Das Verhältnis der Spaltpeptide ist für jede Tierart typisch. Alpakawolle unterscheidet sich von der eines Schafs, eine Entendaune erzeugt ein anderes Spektrum als eine Hühnerfeder. "Auch Tierschützer und Behörden haben Interesse", sagt Hollemeyer. Denn sobald es eine mobile Version des Tests gibt, sollen Schmuggler und Händler geschützter Tierprodukte an Ort und Stelle überführt werden.

National Geographic, Geographica, S. 18. Mai 2003

zurück zu:
Die Texte 2003